Die Haltung
Der für die Gestalttherapie typische Stil zeigt sich auch darin, dass eine GestalttherapeutIn mit ihrer Qualifikation KlientInnen nicht in der Rolle eines oder einer überlegenen ExpertIn gegenübertritt. Sie oder er begegnet KlientInnen vielmehr als ein persönlich erkennbarer, verständnisvoller Mensch, der mit Interesse und Engagement ihre Entdeckungsreise begleitet.
Aus dieser Haltung können die KlientInnen eine Menge Ermutigung und Sicherheit schöpfen, die sie für ihren zwar manchmal beängstigenden und mühevollen, aber immer auch bereichernden Veränderungs- und Entwicklungsprozess benötigen.
Bei der Gestalt-Arbeit geht es weniger um ein Eintauchen in die Vergangenheit. Es geht darum, zu erkennen, dass, was früher vielleicht einmal nützlich, ja überebenswichtig war, das heute eben oft nicht mehr ist. Ziel der Therapie ist es, auf dieser Erkenntnis ein neues Selbstverständnis und größeren Handlungsspielraum zu etablieren. Und das beginnt manchmal mit einem „besser scheitern“ (Beckett).
Mein Fokus ist dabei das Gespräch, manchmal Körperarbeit, kreative Medien und Fantasiereisen.
Wenn es eine Krise gibt:
Menschen haben ein großes Potenzial, selbst mit schlimmen Erlebnissen umzugehen. In manchen Augenblicken aber ist die Belastung zu groß und wir haben das Gefühl, ihr nicht standhalten zu können. Wenn die Anspannung zu groß, die Angst zu überflutend, wenn das Tal der Tränen zu tief scheint um es durchschreiten zu können sind wir oft an einem Punkt angelangt, den die Gestalttherapie „Impasse“ nennt. Denn der Schmerz ist nicht sinnlos, was geschieht, kann uns auf eine höhere Erkenntnisebene führen. Doch dabei braucht es Begleitung, die manchmal in den Schmerz führt und ihn an der richtigen Stelle durch Entspannungsübungen und Körperarbeit lindert.